Hohe Energiepreise sind das Thema von heute – die Frage der Zukunft ist aber die Versorgungssicherheit mit Energie. Zu diesem Ergebnis kommt Robert Pohlin, Geschäftsführer der Firma Elpo in Bruneck nicht erst heute. Deshalb setzt das Unternehmen seit Jahren konsequent auf Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.
„Im intelligenten Einsatz der vorhandenen Ressourcen und der Ausnutzung aller regenerativen Energiequellen liegt die Zukunft, denn spätestens nach den tragischen Ereignissen in Japan muss klar sein, dass eine Energiewende die Weichen für eine überlebensfähige Zukunft stellt. Dies betrifft nicht nur Südtirol, Italien oder Europa. Die Problemstellung muss global gesehen werden, denn bis 2050 wird sich der Energiebedarf weltweit durch aufstrebende Industrienationen mehr als verdoppeln. Dies hätte einen Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen auf 41 Milliarden Tonnen bereits im Jahr 2030 zur Folge, was enorme Auswirkungen auf das Klima hätte. Technische Lösungsansätze gibt es, wir müssen sie nur konsequent umsetzen. Studien gehen davon aus, dass mit Energieeinsparung, Wirkungsgradverbesserung und Solararchitektur der Verbrauch in Europa bis 2050 auf 45 Prozent gesenkt werden kann“, erklärt Robert Pohlin.
Versorgungssicherheit ist die Herausforderung
Laut Forschungen der ETH Zürich müsste der globale Pro- Kopf-Verbrauch auf einen Wert von 2000 Watt gebracht werden, um eine umweltverträgliche und stabile Energieversorgung zu erreichen. Der weltweite Durchschnitt liegt derzeit bei 2000 Watt, weil der geringe Verbrauch vieler Entwicklungsländer die enormen Werte der Industrieländer drückt. „Heute haben Unternehmen mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen, aber zukünftig wird die Anforderung an uns gestellt, eine Versorgungssicherheit mit Energie in einer lebenswerten Umwelt zu gewährleisten“, ist Pohlin überzeugt. „Wir können uns dieser globalen Herausforderung nicht verschließen, sondern müssen agieren. Wir setzen seit Jahren auf Energieeffizienz, denn in der intelligenten Verteilung von Energie und deren Optimierung im Einsatz liegen enorme Potentiale zur Einsparung.“
Energiewende bis 2050 ist machbar
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Weltklimarates: 77 Prozent aller Energie weltweit könnte bereits im Jahr 2050 aus regenerativen Quellen stammen. Schon heute sind erneuerbare Energien wettbewerbsfähig – doch die Politik müsste sie stärker fördern. Auch Pohlin ist von der Machbarkeit überzeugt: „In Südtirol sind wir auf einem guten Weg, aber der konsequente Einsatz erneuerbarer Energien mit bewährten Technologien wie Photovoltaik, Biogas und Wasserkraft muss selbstverständlich werden. Aber wir denken schon weiter: Unser Weg liegt in der Entwicklung von technischen Innovationen in Zusammenarbeit mit der Forschung. Ein wichtiger Faktor wird dabei die Speicherung von Energie sein, um eine künftige Versorgungssicherheit zu garantieren. Biogas als Speichermedium ist nur ein Projekt, wir arbeiten bereits an neuen Ideen.“